Solarien-Bräune
Was passiert mit der Haut?

Ist Solarienbräune anders als Sonnenbräune? Welche Vorgänge laufen in der Haut ab, solange sich die Kundin unterm Solarium entspannt? Kann man sich durchs langsame Vorbräunen unterm Solarium vor einem Sonnenbrand schützen?

Die künstliche Besonnung unterscheidet sich, was das Bräunungsverhalten der Haut angeht, nicht von der natürlichen Besonnung. UV-A-Strahlen dunkeln vorhandenes Melanin. Das bewirkt die Sofortbräunung. Die UV-B-Strahlung fördert die Vermehrung der Melanozyten in der Haut. Der Unterschied besteht in der selektiven Anwendung einzelner Teile aus dem Strahlenspektrum.

Eher in Richtung UV-A-Strahlung orientierte Röhren und Strahler erzeugen eine sofort sichtbare, aber auch nicht lange haltbare Bräune nach der Besonnung. Je mehr UV-B-Anteil im Strahlenspektrum eines Bräuners vorhanden ist, desto eher simuliert dieses Gerät die natürliche Sonne. Das Ergebnis ist eine länger anhaltende Bräune und ein langfristiger Melaninaufbau.

Die Dosis macht das Gift
Mit der Besonnung verhält es sich, wie mit vielem im Leben, sehr individuell. Wenn Paracelsus sagte: »Die Dosis macht das Gift«, dann paßt das ebensogut auf die UV-Strahlung. Denn die Dosis an UV-Strahlung, die die Haut verträgt, ist von Hauttyp zu Hauttyp unterschiedlich. Die Bandbreite reicht von den klassifizierten Hauttypen I (verträgt nur die nötige Dosis zur Erhaltung der physiologischen Funktionen) über die Bräunungstypen II und III, wie sie bei uns vorkommen, bis zum hier seltenen Mittelmeer-Typ IV, und dem Typ V, der von Natur aus eine braune Haut hat und deshalb selten zu den Solarienkunden zählt.

Spontanpigmentierung
Die kosmetische Bräune, wie sie die künstliche UV-Strahlung im Solarium erzeugt, ist nicht nur vom Hauttyp abhängig. Hier spielen bereits in der Oberhaut vorhandene *Pigmente eine wichtige Rolle.

Wenn schon Melanin in der Basalzellenschicht, also dort wo der Regenerationsprozess der Haut stattfindet, gebildet ist und auf seinem Weg nach oben wandert, wird sich eine Färbung bereits vorhandener Melanosome unter dem Einfluß von UV-A Strahlung einstellen. Wieviele Melanosome auf diese Weise zur sofortigen (spontanen)
Pigmentierung bereitstehen, hängt von der erblichen Veranlagung, aber auch von regelmäßigen Bräunungsgewohnheiten ab.

Wer also ein Jahr oder länger gar nicht in der Sonne und nicht im Solarium war, dessen Haut pigmentiert weniger spontan.

Andererseits ist es nicht die spontane
Pigmentierung, angeregt durch die UV-A-Strahlung, die die meisten unters Solarium lockt. Sie ist nur ein sofort sichtbarer und angenehmer Nebeneffekt. Die direkte Pigmentierung ist eher ein grau-brauner Ton, der zudem nach wenigen Stunden wieder an Intensität verliert.

Wer leicht bräunt, kennt das. Die Farbe verliert sich schon nach zwei Tagen nahezu ganz. Man fühlt sich nach einer reinen UV-A-Besonnung auch nicht so angeregt, wie nach einem Sonnenbad mit dem gesamten bräunungswirksamen Spektrum, also UV-A und UV-B.

UV-B für dauerhafte Bräunung
Die indirekte und dauerhafte Bräune nimmt ihren Ausgang erst mit der Anregung der melaninproduzierenden Zellen, der Melanozyten. Diese ihrerseits bauen Melanosome auf. Dazu benötigen sie das kurzwellige Licht aus dem UV-B-Spektrum. Diese Strahlungsqualität jedoch kann auch gleichzeitig ein Erythem auslösen.

An der optimalen Kombination von UV-A- und UV-B-Strahlung arbeitet die Industrie seit der Kommerzialisierung der Besonnung beständig, also seit den letzten 20 Jahren sehr intensiv. Denn nicht jede Wellenlänge der kurzwelligen UV-B-Strahlung trägt auch zur Melaninbildung bei.

Ziel der Industrie ist es, die minimale Erythemdosis zu sichern. Die ist inzwischen in einer Euronorm festgeschrieben. Gleichzeitig soll trotzdem eine optimale Melaninbildung als Voraussetzung für eine langhaltende und indirekte Bräune erzielt werden. Die so gebildeten Melanosome dunkeln unter dem Einfluß gleichzeitiger, aber auch späterer UV-A-Wirkung.

Erst diese dauerhafte Bräune leistet einen Beitrag zum Aufbau des hauteigenen Lichtschutzes im Solarium. Die Haut kann durch genügende Vorbräunung einen Eigenschutz bis zum Faktor 5 oder 6 aufbauen. Dazu ist auch die Lichtschwiele, eine Verdickung der Hornhaut und damit eine weitere Barriere für die kurzwellige UV-B-Stahlung, unbedingt erforderlich.

Individuelle Bräunungsgrenze
Die Frage, wie braun man auf der Sonnenbank werden kann, ergibt sich aus der persönlichen Disposition. Da ist einmal der Hauttyp. Je dunkler von der Vorbräunung und Veranlagung her, desto größer wird der kurzfristige Erfolg sein. Längerfristig wird jeder seine persönliche Bräunungsgrenze erreichen. Neben der Veranlagung spielen die hormonelle Situation und das Besonnungsverhalten der letzten Monate eine deutliche Rolle.

Aufklärung und Beratung
Wichtig zu wissen: Zwei oder drei Besonnungen reichen bei weitem nicht aus, um den hauteigenen Selbstschutz zu aktivieren. Die spontane Bräune, die nach drei kurz hintereinander absolvierten Terminen das Auge erfreut, reicht keineswegs, um auf Gran Canaria in den Wintermonaten ohne weiteren Sonnenschutz Urlaub zu machen.

Auch die längerdauernde Vorbereitung vermag maximal einen Sonnenschutz mit Faktor 6 aufzubauen. Das reicht evtl. gerade für einen Mallorca- oder Ibiza-Trip im Winter. Doch für andere Sonnenziele in der kalten Jahreszeit wird das, je nach lokalen Sonnenverhältnissen, schon zu wenig sein. Für Kenia ist ein auf dem Solarium erworbener Sonnenschutz in keinem Falle ausreichend.

Quelle www.Sonnen-profi.de

 

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